Faultline Faultline Kommando 161

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Die Paten des Postkolonialismus

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Die Sati von Ramabai, der Ehefrau des hohen Adligen Madhavrao, 1772. Der britische Generalgouverneur Lord William Bentinck verbot die Witwenverbrennung 1829

Die Sati von Ramabai, der Ehefrau des hohen Adligen Madhavrao, 1772. Der britische Generalgouverneur Lord William Bentinck verbot die Witwenverbrennung 1829

Wie kommt das, was man heutzutage als postkoloniales Denken kennt, historisch zustande, woher rühren seine Charakteristika, welche historischen Strukturen und Prozesse reflektieren sie? Hier wird man sich zunächst mit der tatsächlichen Entwicklung des Antikolonialismus beschäftigen müssen, insofern er bereits die Ideologeme entwickelt, die den Postkolonialismus bis heute geradezu definieren.

Diese sind zuallererst vom sehr spezifischen Klassencharakter kolonialer Herrschaft geprägt. Die Kolonialmacht trifft im Normalfall auf eine existierende, relativ statische Klassengesellschaft: Sie ist traditionell religiös legitimiert, ihre Ökonomie und damit auch die Revenuen der herrschenden Schicht beruhen auf Leibeigenschaft, direkter Expropriation der ländlichen Bevölkerung und häufig auch auf Sklaverei; die Warenzirkulation ist auf den Luxuskonsum der Oberschicht orientiert, der von einer relativ kleinen, mit traditionellen Techniken operierenden Handwerkerschaft befriedigt wird. In dieser allgemeinen Form trifft das cum grano salis sowohl auf afrikanische Küstenkönigreiche wie auf asiatische Sultanate oder Theokratien zu.

Die komplette Zerstörung der vorhandenen Sozialordnung bleibt die Ausnahme; vielmehr machen sich Kolonialmächte das Vorhandene zunutze, kooptieren einen Teil der Oberschicht und bilden sukzessive Einheimische in Verwaltung und Militär aus.

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Source: jungle.world