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25 Jahre 9/11
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Die brennenden Twin Towers nach den Terroranschlägen in New York City, 11. September 2001.
Die brennenden Twin Towers nach den Terroranschlägen in New York City, 11. September 2001.
Die Attentate vom 11. September waren vor 25 Jahren die bislang größten Terroranschläge der Geschichte: Knapp 3.000 Menschen fielen den 19 jihadistischen Flugzeugentführern von al-Qaida zum Opfer. Zwei Flugzeuge rasten in die Türme des World Trade Center in New York City, die später einstürzten. Eine Maschine flog ins Pentagon, den Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums in Washington, D.C., eine weitere stürzte bei Pittsburgh ab, nachdem sich die Passagiere gegen die Entführer gewehrt hatten. Einige der Jihadisten hatten in Hamburg die Anschläge mit geplant und sie später ausgeführt.
Ihre Taten erinnerten an den faschistischen Schlachtruf »Viva la muerte«, der den Franquisten lieb und teuer war. Das fand knapp drei Jahre später seine Bestätigung. In einem Video, in dem ein angeblicher Militärsprecher von al-Qaida die Verantwortung für die verheerenden Anschläge mit 200 Toten auf Züge in Madrid übernahm, endete mit den Worten: »Ihr liebt das Leben und wir lieben den Tod.«
US-Präsident Donald Trump will sich nicht an den Gedenkfeierlichkeiten in New York City beteiligen; dort werden lediglich die Namen der Opfer verlesen.
Dieser todesverliebte Terror von 9/11 war dem Islamforscher Gilles Kepel zufolge von einer pyramidalen Organisation leninistischen Typs geprägt, die den spektakulären Terror mit propagandistischer Nutzung des Satellitenfernsehens kombinierte. Zu Al-Qaida trat im Lauf der Jahre der »Islamische Staat« mit anderer Organisationsform hinzu: einer Art Netzwerk-Jihadismus, der seit 2005 viele Anhänger gewann. Das »Kalifat«, das der IS zwischen 2017 und 2019 in Syrien und dem Irak errichtet hatte, wurde weitgehend eliminiert. Beide Organisationen spielen heute vor allem im subsaharischen Afrika noch eine bedeutende Rolle.
In Europa verübte al-Qaida zunächst 2004 in Spanien die Terroranschläge auf Züge, dann 2005 in Großbritannien Attacken auf U-Bahnen und einen Bus; insgesamt wurden dabei 52 Menschen getötet. Danach rückte Frankreich ins Zentrum des jihadistischen Terrors in Europa, insbesondere 2015 mit den Anschlägen auf Charlie Hebdo und einen koscheren Supermarkt sowie der Terrorattacke auf das »Bataclan«, die durch die Suizidanschläge in Brüssel komplettiert wurden. Mittlerweile sind an die Stelle von Rekruten al-Qaidas und des IS in Europa überwiegend Täter ohne eine bedeutende organisatorische Struktur im Hintergrund gerückt, die dem »atmosphärischen Jihadismus« frönen, wie Kepel das Phänomen nennt. Ein bekanntes Opfer dieses Terrors war im Jahr 2020 der französische Lehrer Samuel Paty, der Anschlag auf den CSD in Berlin fällt auch unter diese Kategorie.
Der Jihadismus hat in Europa somit keineswegs sein wohlverdientes Ende gefunden, sondern einen Formwechsel vollzogen. In den USA ist es ähnlich, zwischen 2020 und Anfang 2025 fanden noch acht jihadistische Anschläge statt, jüngst am Neujahrstag 2025 eine Amokfahrt mit 15 Todesopfern in New Orleans; der in den USA geborene Täter hatte eine IS-Flagge dabei.
Dieser Formwechsel spielt beim diesjährigen Gedenken in den USA kaum eine Rolle. Im Vordergrund stehen zwei eher randständige Geschichten. US-Präsident Donald Trump will sich nicht an den Gedenkfeierlichkeiten in New York City beteiligen; dort werden lediglich die Namen der Opfer verlesen, er selbst hatte jedoch Medienberichten zufolge ursprünglich beabsichtigt, eine Rede halten – wohl um sich in seiner bekannten bescheidenen Art selbst in den Vordergrund zu spielen und vermutlich Joe Biden für 9/11 verantwortlich zu machen. Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani sieht sich wegen eines seiner Posts auf X von 2023 wachsender Kritik ausgesetzt, weil er Tat und Täter nicht benannt hatte. »Fast 3.000 New Yorker kamen am 11. September ums Leben; 22 Jahre später hat das Sterben kein Ende genommen. Wir trauern um unsere Nachbarn, die an jenem Tag starben. Um die Hunderttausenden, die in den darauffolgenden Kriegen ihr Leben verloren«, hatte er geschrieben. Eine Petition soll dafür sorgen, dass er nicht an der Gedenkfeier teilnimmt. Davon will er sich allerdings nicht abhalten lassen.
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Source: jungle.world