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Repression de.indymedia

Zur Razzia gegen Casa Kuà

von: KAF am: 06.11.2026 - 20:32 Regionen: Berlin Themen: Biopolitik Feminismus Freiräume Gender Repression Abstract: Die Razzia gegen Casa Kuà ist ein Angriff auf autonome (trans-)Gesundheitsversorgun

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Symbolbild · Leonhard Lenz / CC0 · Wikimedia Commons

Es ist schlicht und ergreifend heuchlerisch: Eine Berliner Politik die sich mit der queeren Community in Berlin das Image poliert. Nach dem Anschlag auf den CSD, regnete es nur so an Lippenbekenntnissen. Das instrumentelle Verhältnis war da schon offenkundig. Die rassistische Rhetorik und das Ertränken unserer Trauer und Betroffenheit in Kauderwelsch über westliche, liberale Werte war kaum auszuhalten.
Das ist nur 3 Monate her.
Dieser Angriff der Stadt gegen ihre Queers ist ein weiterer Beweis, wie wertlos die Bekenntnisse irgendwelcher Politiker und Bürokraten sind. Ein Angriff auf unsere Gesundheit ist ein Angriff gegen unser Leben. Erschrecken tut uns das nicht. Das Politiker:innen scheinheilige Arschlöcher sind ist nichts Neues. Es bringt auch nichts in der Empörung darüber zu verharren. Für uns ist klar: einen Angriff auf unsere Strukturen wie diesen können wir nur durch Organisierung begegnen.

Die Erfahrung als trans-Person im Gesundheitssystem ist dadurch geprägt immer wieder weggeschickt, abgelehnt und auf Wartelisten gesetzt zu werden – Für Hormone die cis-Personen ohne viel weiteres bekommen. Viele der anderen Behandlungen, die für viele trans-Personen anfallen, zahlen Kassen schlicht nicht. Es ist offensichtlich, dass die Gesundheitsversorgungsreform diese Verhältnisse weiter zuspitzen wird.

Dieses System verwehrt nicht nur durchs Zermürben, sondern auch ganz unverhohlen. Nicht-binären trans-geschlechtlichen Personen wird das Recht auf Hormonbehandlungen abgesprochen. Ohne, dass eine deutsche Krankenversicherung involviert ist, bekommt man auch keine Behandlung. So werden Menschen ohne Krankenversicherung sich selbst überlassen. – Und Rassistische Verflechtungen machen das System für BIPoC noch destruktiver.

Hinzu kommt die kapitalistische Organisierung der Arzneimittelproduktion. Lieferketten sind von Single Points of Failure geprägt. Und alle paar Jahre sitzt man aufgeschmissen da, weil die Hormone die man nimmt nicht verfügbar sind.

Es bleibt uns nichts anderes übrig. Wir müssen unsere Gesundheit selber in die Hand nehmen – Und gemeinsam können wir das auch. Entgegen dem wozu Gesundheitsversorgung, unter der unheiligen Dreifaltigkeit von Kapitalismus, Patriarchat und Kolonialismus, verkehrt wird braucht sie Gemeinschaft. DIY-Hormontherapien und Behandlungen mit dem gemeinschaftlichen Wissen über unsere Körper funktionieren auch einfach besser.

Mit dieser tiefen Überzeugung werden wir unseren Strukturen und unseren Freund:innen an der Seite stehen.

Unter jeder Regierung wird der Staat unsere Selbstverwaltung angreifen. Schwarz-rot kündigt mit dieser Aktion die Queerfeindlichkeit an, die wir unter der von noch rechteren Regierungen zu erwarten haben. Ein Teil davon ist auch die Zuspitzung laufende Veranstaltungen zu razzen. Dabei geht es darum zu terrorisieren und einzuschüchtern. Auch reiht es sich in das staatliche Umsichwerfen mit Struktur-Verfahren ein.
Das kennen wir vom Palästina-Kongresses 2024 und haben aus auch vor kurzem in Hannover gesehen. Dort wurde in widerlichster Manier eine Trauerfeier gerazzt, bei der Gefallenen im Kampf für ein freiheitliches und selbstverwaltetes Kurdistan betrauert wurden.
Als Berliner:innen sehen wir die Durchsuchung auch als Teil der Welle an Hausdurchsuchungen und des Ermittlungswutanfalls der Berliner Polizei, die sich dieses Jahr gegen Anarchist:innen gerichtet hat.

Diese Razzia ist ein weiterer Angriff gegen selbstorganisiertes Leben und jene, die angesichts der kapitalistisch produzierten Klimakrise, Ausbeutung von Menschen und Erde oder dem Rechtsruck der Gesellschaft nicht schweigen.
Diese Razzia markiert aber auch einen Wendepunkt, an dem zu den beschissenen, menschenfeindlichen Verhältnisse denen Queers durch den Staat ausgesetzt werden auch wieder die offene Repression kommt.

Unsere größte Waffe ist und bleibt die Solidarität. Wir werden das nicht zur Phrase verkümmern lassen. Nichts wird uns davon abbringen uns um einander zu sorgen und zu unterstützen. Unsere Selbstverwaltung werden wir entschlossen verteidigen.

Passt auf einander auf, organisiert euch - und support the dolls

In Liebe und Wut

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