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Verhaltensscanner in Berlin: Kreisverkehr der Kontrolle

Ein Lebensraum, 30 Kameras. Und eine Software, die permanent prüft, ob alle Anwesenden sich verhalten wie erwünscht. Am Kottbusser Tor in Berlin begann vergangene Woche die automatisierte Dauer-Überwa

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Ein Lebensraum, 30 Kameras. Und eine Software, die permanent prüft, ob alle Anwesenden sich verhalten wie erwünscht. Am Kottbusser Tor in Berlin begann vergangene Woche die automatisierte Dauer-Überwachung. Wie verändert sie den Ort?


https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-19-00... class="attachment-landscape-860 size-landscape-860 wp-post-image" alt="Ein Matratzenlager, ein Mann in Tarnfleck-Jacke steht gebückt dahinter und ist von hinten zu sehen. Am Bildrand kommt ein Polizeitransporter angefahren." decoding="async" loading="lazy" srcset="https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-19-00... 1655w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-19-00... 860w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-19-00... 1200w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-19-00... 380w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-19-00... 1536w" sizes="auto, (max-width: 1655px) 100vw, 1655px" />
Der Mann im Bild pinkelt gerade. Sobald er sich wieder auf seine Matratze legt, muss die automatisierte Überwachung ihn erfassen. – http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC-BY-NC-SA 4.0: netzpolitik.org

Kottbusser Tor, Berlin, Ende Oktober, der Tag nach der https://www.nd-aktuell.de/artikel/1203508.ueberwachung-ki-am-kotti-kamer...öffnungsfeierlichkeit zur KI-gestützten Videoüberwachung. Jetzt ist der Verhaltensscanner scharf gestellt.


Auf dem Gehweg liegt eine Matratze und darauf ein Mensch im Tarnfleckparka. Er schält sich aus seinem Schlafsack und steht auf. Er greift sich eine herumstehende Flasche und uriniert vornübergebeugt hinein, während Passant*innen an ihm vorbeieilen. Direkt neben ihm hält ein Polizeitransporter.


Dann wird die Ampel grün, der Transporter fährt weiter und der Mann legt sich wieder hin. Ein anderer Mann sitzt neben Bier und Schnaps auf einer Steinkante und scheitert daran, eine Zigarette zu drehen. Ein Hund kläfft. Ein Mann ruft „Ja Bruder“. Ein anderer flüstert „Haschisch?“ Eine Frau brüllt in ihr Telefon: „Du willst die Eskalation, du willst, dass alles kaputtgeht!“ Rap schallt aus einer Boombox und Techno aus einem Dönerladen.


Schlägt jetzt der Verhaltensscanner an?


Kottbusser Tor, das ist ein Kreisverkehr rund um einen U‑Bahnhof, eine U‑Bahn kreuzt ihn unter der Erde, eine führt auf Stelzen darüber hinweg. Zwischen den Zufahrtsstraßen: Pflaster-Flächen an Wohnbauten. Im Erdgeschoss Ladengeschäfte, viel davon Gastronomie.


An einem U‑Bahn-Eingang sitzen einige Menschen, davor stehen etwa 20 weitere in Zweier- oder Dreiergruppen oder auch allein. Nieselregen, Kapuzen, Schemen im schwachen Straßenlicht.


Ein Mann im Rollstuhl erreicht das Areal. Er wird begrüßt, einige rücken um ihn zusammen. Der Rollstuhlfahrer öffnet einen Rucksack, darin liegen Medikamentenschachteln. Der Anblick sorgt für Unruhe. Eine junge Frau mit verhangenem Blick versucht, in die Tüte zu greifen. Ein Mann schubst sie an der Schulter. Die Frau versucht, seinen Arm abzuwehren.


Schlägt jetzt der Verhaltensscanner an?


Eine ganz besondere Videoüberwachungsanlage


Seit dem 28. Oktober läuft am Kottbusser Tor eine ganz besondere Videoüberwachungsanlage. 30 Kameras dokumentieren das Geschehen auf dem Platz – und eine Software durchsucht die Bilder in Echtzeit nach Bewegungen, die auf Straftaten hindeuten. Verdächtige Szenen legt der Verhaltensscanner menschlichen Überwacher*innen vor, die dann Einsatzkräfte losschicken können. Nach Mannheim und Hamburg ist damit auch Berlin Frontstadt der automatisierten Kontrolle von Straßen und Plätzen.


Der Verhaltensscanner ist nur eines von einer Reihe KI-gestützter Überwachungstools, die Sicherheitsbehörden weltweit gerade in hohem Tempo großflächig ausrollen – während sie noch entwickelt werden. Auch in Deutschland setzen viele Politiker*innen auf Werkzeuge, die Menschen automatisiert in das Scheinwerferlicht des polizeilichen Verdachtes rücken.


Neben Verhaltensscannern sollen an deutschen Bahnhöfen und in vielen deutschen Innenstädten auch Systeme zum polizeilichen Einsatz kommen, die alle Gesichter analysieren und mit einer Liste abgleichen. Sicherheitsbehörden sollen zudem im Internet nach biometrischen Daten suchen und Software nutzen, wie sie Palantir herstellt: die Datenbanken miteinander verknüpft und in Sekundenbruchteilen Profile von Menschen erstellt und auswertet.


Der Zugriff bleibt diesmal aus


Das Gerangel am Kottbusser Tor löst sich auf. Die übergriffige Frau zieht sich auf die andere Straßenseite zurück, der Mann im Rollstuhl verteilt die Medikamente blisterweise gegen Geld. Kurz darauf läuft eine Gruppe Polizist*innen mit stichsicheren Westen aus der Wache im Kottbusser Tor in Richtung der mutmaßlich Süchtigen – biegt dann jedoch ab und steigt in einen Polizeitransporter, der fährt davon.


Entweder wurde die kurze Auseinandersetzung von den Kameras nicht hinreichend erfasst – weil sie außerhalb des Aufnahmebereichs stattfand oder zu schlecht ausgeleuchtet war beispielsweise – oder die Situation wurde als unkritisch eingeordnet – von der Software oder der wachhabenden Beamt*in.


Die Menschen, die am Kottbusser Tor gefilmt werden, wissen nie, ob die Software ihnen ein Vergehen zuschreibt, ob sie gerade beobachtet werden, ob sie mit polizeilichen Maßnahmen rechnen müssen. Sie wissen auch nicht, wie sie sich verhalten müssen, um keinen Verdacht zu erregen.

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Gegen Ausweiskontrollen im Netz.
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Vorverdächtigung statt Unschuldsvermutung


Die automatisierte Überwachung verschiebt die Grenzen der Polizeiarbeit weit ins Vorfeld einer Straftat. Mit den neuen Tools werden völlig unauffällige Alltagssituationen kontrolliert, um daraus Verdacht zu generieren. Diese umfassende Vorverdächtigung beißt sich jedoch zentral mit der Unschuldsvermutung, einer Grundlage unserer mehr oder weniger aufgeklärten Gesellschaft.


Die Freiwilligkeit der Datenspende an den Verhaltensscanner ist dabei mindestens fraglich. Die Hinweisschilder, mit denen die Polizei auf die automatisierte Überwachung hinweisen muss, sind etwas über DIN-A4 groß. Nicht alle, die hier unterwegs sind, haben sie oder die Kameras gesehen – und dass mit ihren Daten womöglich Überwachungssoftware trainiert wird, steht ja nicht einmal auf den Schildern.


Das Beispiel für Blauäugigkeit geben vier Männer Mitte 20. Sie sitzen auf Plastikstühlen vor einem Späti und trinken Bier. Einer von ihnen arbeitet hier am Kottbusser Tor in einem Handwerksbetrieb. Auf die Kameras angesprochen, die an der gegenüberliegenden Hauswand hängen, reagieren sie erstaunt. „Hä, wie?“, „Krass“, „Was soll das denn?“, „Voll von oben herab“, „Das ist ja total Überwachungsstaat“, sagen sie. Und: „Ich will gefragt werden, bevor ich gefilmt werde“, „Keine Fans“, „Buh!“


Sucht als Kapitalismusprodukt?


Einer der jungen Männer, Jakob, spekuliert, dass die Videoüberwachung sich vor allem gegen Drogensüchtige richte, gegen die, die sowieso schon im Elend lebten. Dabei sei deren Lebenssituation ja ein Produkt des Kapitalismus, der automatisch mitbringe, dass immer einige benachteiligt seien. Ein anderer, Freddy, drückt seine Furcht aus, was eine mögliche Bundeskanzlerin Alice Weidel mit so einem Werkzeug anfangen könne.


„Ich gehe heim und hole eine Leiter und einen Hammer“, sagt Jakob und steht auf. Dann lacht er und geht doch nur in den Späti, neues Bier holen. Die anderen lachen mit und stoßen an.


Das Kottbusser Tor ist ein Versuchslabor für die Akzeptanz polizeilicher Maßnahmen. Das Areal ist seit vielen Jahren als kriminalitätsbelasteter Ort eingestuft, weshalb die Polizei dort Menschen verdachtsunabhängig kontrollieren und durchsuchen darf. 2023 wurde dann eine https://www.berlin.de/polizei/dienststellen/landespolizeidirektion/direk... auf dem Platz installiert, sodass die Polizei permanent vor Ort ist und auch Rückzugsräume hat.

https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-32... alt="Ein blaues Schild: "Polizei - bitte klingeln". Darüber schwarzes Gesprühtes und Hammer-und-Sichel in rot." width="860" height="484" class="size-medium wp-image-537130" srcset="https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-32... 860w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-32... 1200w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-32... 380w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-32... 1536w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-32... 1578w" sizes="(max-width: 860px) 100vw, 860px">
Eingang zur Wache am Kottbusser Tor. – http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC-BY-NC-SA 4.0: netzpolitik.org


Im vergangenen Jahr wurde das Kottbusser Tor zur Messerverbotszone erklärt, die Polizei warf monatlich zwischen 3.500 und 7.000 Personalstunden auf das Areal. Und nun kommt also die KI-gestützte Videoüberwachung zu all dem Kontrolldruck hinzu.

Spirale der Überwachung


Offenbar hat bislang keine Maßnahme die Probleme aufgelöst, sondern jede immer nur neue Maßnahmen legitimiert. Kontrolle reproduziert sich selbst. Wo viel Verdacht liegt, wird viel gefunden, was den Verdacht noch gewichtiger macht. Es ist ein Art Kreisverkehr – wie das Kottbusser Tor – ein permanent rotierendes System. Oder noch eher: eine Spirale. Wie die Auffahrt des verrammelten Parkhauses am Kottbusser Tor. Die führt auch im Kreis, aber immer weiter aufwärts – so wie die Überwachungslogik, die den Wunsch nach den stets aktuellsten Tools unumgänglich in sich trägt.


Dabei ist der Erfolg der Technologien weitgehend ungeklärt. In Mannheim kann die Polizei auch nach acht Jahren Training keinen einzigen Fall nennen, wo der Verhaltensscanner zur Verhinderung oder Aufklärung einer Straftat beigetragen hat, in Hamburg ergeben die wenigen Anhaltspunkte, die das Land zu einem Probelauf herausgab, https://marx.wtf/2024/12/24/der-hansaplatz-versuch-war-kein-erfolg/">pro Treffer 99 Fehlalarme.


Berlin soll den Durchbruch bringen. Hier kommt kein gemeinnütziges Fraunhofer-Institut zum Zuge, sondern eine internationale https://netzpolitik.org/2026/videoueberwachung-in-berlin-adesso-se-baut-... mit Video-KI-Tochter. Und das System wird nicht von Polizist*innen mit Tausenden Show-Schlägereien gefüttert wie in Mannheim, sondern zu einem großen Teil mit KI-generierten Szenen.


Wer was braucht


Das Kottbusser Areal ist ideales Testgelände für solche sicherheitspolitischen Spielzeuge. Es ist ein Raum, in dem viele Probleme offensichtlich sind. Entsprechend empfänglich ist die Öffentlichkeit für einfache Lösungen. Entsprechend attraktiv ist die Law-and-Order-Keule. Aber vielleicht hat der Raum etwas ganz anderes nötig? „Videoüberwachung hilft den Menschen hier ja null“, sagt Jakob.


Ein verwahrlost wirkender Mann spricht die vier jungen Biertrinker an. „Kann ich mir von jemandem eine drehen, ich bin voll aufgedreht.“ Als einer der Jungs bereitwillig zu seinem Drehzeug greift, meint er: „Nein, kein Filter.“ Und dann ruppig: „Ich kann das selber“, während er nach dem fremden Zigarettenzubehör greift.


Keine 20 Meter entfernt sitzt ein Mensch vornübergebeugt auf einem Rinnstein. Neben ihm ragt ein Urinal aus der Häuserwand. Es riecht entsprechend. Zwischen seinen Beinen hält er – altersloses Gesicht, fransige Haare, ausgelatschte Turnschuhe, Funktionsjacke – eine Spritze. Das linke Hosenbein hat er hochgekrempelt. Langsam versenkt er die Nadel in seinem Unterschenkel. Er zieht ein bisschen Blut an und drückt dann in Zeitlupe den Kolben herab. Derweil sinken Kopf und Oberkörper in Richtung der aufgestellten Knie. Auf halber Höhe erstarrt er, mit Spritze im Bein. Eine Ratte huscht vorbei. Später passieren ihn zwei patroullierende Polizist*innen.

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Ein Schuss im Scheinwerferlicht


Die Szenerie ist strahlend hell ausgeleuchtet. An der Hauswand über dem Mann hängt überkopfhoch eine Reihe von Scheinwerfern. Sie zieht sich entlang der Rückseite des NKZ, des Wohnblocks, der die Nordseite des Kottbusser Tors umfasst. Und in der Reihe der Scheinwerfer hängt immer mal wieder eine Überwachungskamera.


https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-17-33... alt="Ein Wohnblock mit einer Kamera daran." width="857" height="484" class="size-medium wp-image-537128" srcset="https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-17-33... 857w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-17-33... 1195w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-17-33... 380w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-17-33... 1536w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-17-33... 2035w" sizes="auto, (max-width: 857px) 100vw, 857px">
Kamera und Kabelstrang. – http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC-BY-NC-SA 4.0: netzpolitik.org

Rot leuchtende LEDs an den Kameras zeigen, dass sie in Betrieb sind. Die Daten fließen durch einen Kabelstrang, der unter einem Metallrohr-Mantel gut sichtbar Kameras und Scheinwerfer verbindet. Er führt in die Polizeiwache am Kottbusser Tor. Von dort werden die Bilder in eine geheime Liegenschaft der Polizei gesandt, wo sie gespeichert und vom Verhaltensscanner analysiert werden.


Die Software sucht in den Bildern nach Mustern, die sie in Trainingsmaterial gefunden hat. Grob gilt: Je mehr Schlägereien sie vorgelegt bekam, desto besser kann sie weitere erkennen. In Berlin wurde sie mit echten und KI-generierten Szenen gefüttert. „Das Trainingsmaterial umfasst Szenen zu Schlagabtauschen, Tritten, gewaltsamen Schub- oder Zerrbewegungen mit Bodenkontakt sowie Rangelei auf Bodenebene”, schreibt ein von Staige beauftragter PR-Mensch. Auf der Staige-Website kann man ein Video sehen, das KI-generierte Szenen zeigt, die eine KI in diesem Promomaterial teils als Gewalt identifiziert.


https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/ki-vid.mp4?_=1"> href="https://netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/ki-vid.mp4">https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/ki-vid.mp4">https://netzpo...

Die Überwachungs-KI wird auch mit Daten von Überwachten trainiert


Das Berliner System wird – so der Staige-Sprecher – mit den Bewegungsmustern der überwachten Menschen am Kotti weitertrainiert, sobald die menschliche KI-Aufsicht eine angezeigte Warnmeldung bestätigt oder verwirft. Dabei ist das Bewegungsmuster – wie beispielsweise bei der Gangerkennung – ja durchaus ein unique identifier, eine Art Fingerabdruck, eine höchstpersönliche Information.


Die zum KI-Training nötige Datenschutzausnahme – inklusive Erlaubnis zur Datenweitergabe an Hersteller – hat die scheidende schwarz-rote Berliner Regierungskoalition kurz vor Weihnachten 2025 gemeinsam mit der Internetsuche nach biometrischen Daten – um beispielsweise Menschen auf Videomaterial zu identifizieren – und Palantir-artiger Software erlaubt.


Wie es weitergeht mit diesen Befugnissen, https://netzpolitik.org/2026/koalitionsverhandlungen-in-berlin-rot-rot-g... die nächste Berliner Regierung: SPD und Grüne unter Führung der Linken wie aktuell angestrebt, oder doch der CDU. Grüne und Linke haben parallel zu den turbulenten Koalitionsverhandlungen eine https://netzpolitik.org/2026/berliner-polizeigesetz-linke-und-gruene-zie... gegen den Befugnisexzess im Polizeigesetz laufen. Und die SPD-geführte Senatsverwaltung für Inneres hat derweil gemeinsam mit der Berliner Polizei Tatsachen geschaffen und den Verhaltenssscanner gestartet.


Geht es nach Innensenatorin Iris Spranger, sollen Kameras dafür noch dieses Jahr an die Warschauer Brücke, das Rote Rathaus, die Innenverwaltung, das Jüdische Museum, nächstes Jahr dann an den Alexanderplatz, den Görlitzer Park und den Kiez drumherum. An Kritischer Infrastruktur ist zudem auch https://netzpolitik.org/2026/im-namen-der-sicherheit-berliner-senat-besc... Videoüberwachung erlaubt.


Magisches Denken


Die Gebäudefront, an der die Flutlicht-Strahler vom Kottbusser Tor hängen, endet hinter dem Pissoir neben dem Mann mit Spritze im Bein. Am anderen Ende, etwa 150 Meter entfernt, hat ein Geschäft für süße Teigbällchen Stühle vor der Tür. Eine Familie mit drei Kindern isst dort. Die Frau trägt ein Kopftuch. Der Mann sagt zur KI-gestützten Videoüberwachung: „Hoffentlich trocknet das hier alles aus. Ich kotze so, wenn ich das sehe. Ich habe in meinem Leben keinen einzigen Tag krank gemacht, und die leben alle von meinem Steuergeld.“


Direkt neben der Teigbällchen-Manufaktur liegt https://www.fixpunktggmbh.org/project/kontaktstelle-kotti-mit-drogenkons... Drogenkonsumraum. Mitgebrachtes wird dort unter ärztlicher Aufsicht gespritzt, gesnieft oder geraucht. Ein Türsteher lässt Einzelne durch die Tür treten. Drei Männer gehen gemeinsam darauf zu, zwei bleiben zurück und warten. Der Familienvater sieht sie und weitere Umstehende finster an.


Auf der anderen Straßenseite sitzt – gut ausgeleuchtet, vermutlich im Videokegel – ein Mensch auf dem Boden. Daneben liegt auf einer Decke ein kleiner Hund. Auf die Kameras angesprochen hebt der Mensch den Kopf, scannt die Licht- und Objektiv-gespickte Fassade und sagt aggressiv: „Wo Kamera? Ich sehe keine Kamera!“


Noch funktioniert die Illusion für ihn anscheinend. Doch es ist schon spät. Womöglich will er sich irgendwann mal hinlegen. Und nach Vorgabe verschickt dann der Verhaltensscanner einen Alarm.


https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-45... alt="Eine Domkamera mit rot leuchtender LED darunter." width="860" height="484" class="size-medium wp-image-537129" srcset="https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-45... 860w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-45... 1200w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-45... 380w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-45... 1536w, https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2026/10/signal-2026-10-31-02-16-45... 1884w" sizes="auto, (max-width: 860px) 100vw, 860px">
Verhaltensscanner in Berlin: Immer am Analysieren. – http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de">CC-BY-NC-SA 4.0: netzpolitik.org

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webadresse: https://netzpolitik.org/2026/verhaltensscanner-in-berlin-kreisverkehr-der-kontrolle/Autor/Gruppe: Martin SchwarzbeckThemen: Netactivismfeed-date: Samstag, Oktober 31, 2026 - 11:56
Originally published byde.indymedia
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