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[MA] Gründungserklärung Roter Aufbau Mannheim
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Gründungserklärung Roter Aufbau Mannheim
Mit den folgenden Zeilen möchten wir darlegen, warum wir die Kommunistische Gruppe Roter Aufbau Mannheim gegründet haben. Das Paper spiegelt den aktuellen Stand unserer Arbeit wider und geht auf die aktuelle Lage der Arbeiter:innenklasse in der BRD ein. Wir möchten an manchen Punkten aber auch besonders auf die lokalen Gegebenheiten unserer politischen Arbeit eingehen.
Wir leben in einer Zeit, in der die Krisen und Brüche des Kapitalismus allgegenwärtig sicht- und spürbar sind.
Die Stadt Mannheim und die Menschen, die in ihr leben, zeigen sich spätestens seit der Industrialisierung immer wieder als Brennglas der Geschichte. Die zahlreichen Fabriken im Mannheimer Norden, die lebhaften Quadrate, die Kran- und Containerlandschaft in Deutschlands bedeutsamstem Binnenhafen - all diese Orte zeigen, was die Arbeitskraft tausender Menschen schaffen kann. Doch es gibt auch die andere Seite: Nicht nur die viel zitierten Benzbaracken, auch die Gründerzeitvillen der Oststadt lassen schnell erkennen, wer vom dem Produkt dieser Arbeitskraft profitiert – und wer mit dem Notwendigsten abgespeist wird.Auch heute gilt noch: Wer mit aufmerksamem Blick durch die Straßen Mannheims läuft, wird einiges darüber lernen, welche Entwicklungen das ganze Land bewegen. Nicht etwa, weil Mannheim der Nabel der Welt wäre, sondern weil sich der Lauf der Geschichte nicht als Erstes in den Nachrichten zeigt, die darüber berichten, sondern bei den Menschen, die ihn prägen und von ihm geprägt werden. Folglich steht Mannheim als Industriestadt nun auch beispielhaft für Deindustrialisierung und die sozialen Brüche, die sie nach sich zieht.
Die Realität im Kapitalismus sieht trotz zahlreicher Errungenschaften in Arbeitskämpfen noch immer so aus: Wer arbeitet, verkauft seine Arbeitskraft an den Arbeitgeber. Von dem Wert, den diese Arbeitskraft erzeugt, bekommen die Arbeitnehmenden zwar nichts – im Fall von Krise und Misswirtschaft sind sie aber diejenigen, die bei Stellenabbau und Kurzarbeit mit ihrer Existenz bezahlen müssen. Bei den Unternehmensentscheidungen, welche die Geschicke des Betriebs und damit ihres Arbeitsplatzes beeinflußen, haben sie dagegen trotz dieser In-Haftungsnahme kein Mitspracherecht. Dabei macht diese Entwicklung nicht Halt bei der Produktion: Insbesondere in der Krise zeigen sich zusätzlich die Folgen der Neoliberalisierung und Privatisierung öffentlicher Infrastruktur unter Kohl und Schröder. Denn so bedeutet der krisenbedingte Abbau von Stellen und Standorten nicht nur den möglichen Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch eine Verschlechterung der Versorgung – wenn etwa Krankenhäuser unter Kostendruck schließen müssen, beraubt das nicht nur zahlreiche Angestellte ihrer Arbeit, sondern auch die die Menschen in der Stadt ihrer Krankenhausbetten. Diesem Trend entgegen setzen einige Wirtschaftszweige den Geldsegen der Rüstungsindustrie – und zwar auch in der Rhein-Neckar-Region. Diese Entwicklung geschieht nicht im luftleeren Raum: Die Konkurrenz verschiedener Kapitalfraktionen um Rohstoffe, Absatzmärkte oder geopolitisch wertvolle Territorien wird mit steigendem Profitwahn auch immer zunehmend kriegerisch geführt. Die Arbeiter:innen beider Kriegsparteien dürfen für die Reichen und Mächtigen sterben, ob sie wollen oder nicht, während sich die Kriegsprofiteure unabhängig des Ausgangs die Taschen voll machen. Die Imperialist:innen machen vor keinem Mittel halt um die Expansion des eigenen Kapitals zu gewährleisten: wirtschaftliche Unterdrückung, militärische Besatzung oder Völkermord, kein perfides Werkzeug ist ihnen zu schade um auf der internationalen Bühne die Oberhand zu gewinnen.Doch die Leidtragenden dieser Entwicklung sitzen nicht nur an der Front: Militarisierung beinhaltet stets auch den Abbau von Freiheiten und Sozialstaat, denn das Geld, welches in Kriegsgeräte gesteckt wird, wird an anderer Stelle gekürzt– zum Beispiel bei Kindergeld, Rente und Grundsicherung. Sparreformen nehmen bereits ausgezehrten und zugleich lebenswichtigen Bereichen wie dem Gesundheitswesen und der Jugendhilfe noch den letzten Cent. Hier erfüllt der Sozialstaatsabbau nicht nur das Ziel der Kriegsvorbereitung, sondern auch die zwanghafte Steigerung der Produktivkraft, denn wer ohne Arbeit verhungert, der wird auch jeden Job annehmen, den das Kapital ihm vor die Füße wirft.
Besonders konfrontiert mit den gesellschaftlichen Krisen sehen sich Frauen und alle vom Patriarchat Unterdrückten. Wer die Mannheimer Lupinenstraße betritt, sieht zudem auch, was es bedeutet, wenn der weibliche Körper im Kapitalismus selbst zur Ware wird. Das mit diesem Schritt einhergehende Leid, das in Zwangsprostitution und Menschenhandel seinen Höhepunkt findet, macht auch vor den Mannheimer Stadtgrenzen nicht Halt. Doch man muss nicht den Schritt über den Neckar machen, um die Macht des Patriarchats zu spüren, denn sie verströmt ihr Unheil in fast jeder Mannheimer Wohnung. Trotz der vermeintlichen Errungenschaften liberalfeministischer Reformen sind Frauen im Kapitalismus meist doppelt durch Lohn- und Sorgearbeit ausgebeutet und gleichzeitig signifikant erhöhter Gefahr von Gewalt durch Männer ausgesetzt. Eine wirkliche Befreiung der Frau wird es ohne die Umwälzung der Verhältnisse und eine Abschaffung des Kapitalismus daher nicht geben. Frauenkampf heißt Klassenkampf!
Wo wir schon bei Wohnungen sind: Konkret spürbar wird der kapitalistische Normalzustand für uns dort ganz besonders. Steigende Lebenshaltungskosten, stagnierender Reallohn und explodierende Mieten. Inmitten multipler Krisen wird das Leben so für einen Großteil der Bevölkerung zur dauerhaften finanziellen und persönlichen Herausforderung. Der Alltag für immer mehr Menschen ist daher geprägt von Unsicherheit und existenziellen Ängsten. Ohnmacht, Wut und Frust, darüber wissen besonders diejenigen zu Nutzen, jene die aktuelle Lage durch reaktionären Erzählungen erklären: Auch deshalb schreitet die gesamtgesellschaftliche Rechtsentwicklung beinahe ungebremst voran und bedroht ganz konkret das Leben marginalisierter Gruppen, so wie hart erkämpfte Rechte der Arbeiter:innen gleichermaßen. Dabei greifen rechte Kräfte gezielt auf bewusst erzeugte Spaltungslogiken des Kapitalismus zurück und verschärfen so rassistische, queerfeindliche und antifeministische Denkmuster, die ohnehin Teil einer kapitalistischen Prägung sind. Gerade in klassischen Arbeitervierteln im Mannheimer Norden lässt sich der Erfolg dieser Strategie klar erkennen. Eines darf hierbei jedoch nicht außer Acht gelassen werden: Obwohl die AfD als Speerspitze und größte Profiteurin dieser Entwicklung zu benennen ist, beteiligen sich alle bürgerlichen Parteien an ihr und tragen eine Mitschuld an der zunehmenden autoritären Verschärfung. Zu begründen ist das mit dem derzeitigen Krisenmodus des Kapitalismus: In diesem verschärft der bürgerliche Staat seine Kontrolle und seinen Zwang über die Beherrschten – und das nach innen und außen.
Während sogenannte Fachkräfte teils unter ausbeuterischen Bedingungen nach Deutschland gelotst werden, um die Lücken des deutschen Arbeitsmarkts zu füllen, fordert die EU-Grenzpolitik zugleich zehntausende Tote an den Außengrenzen. Kaum ein anderer Ort zeigt so deutlich, wie kapitalistische Verwertbarkeit über Leben und Tod entscheidet. Die staatliche Kontrolle nimmt auch nach innen zu: Nicht nur, dass Menschen immer offensiver in Arbeit gezwungen werden, auch zunehmende und verschärfte Repression gegen Gegner:innen der aktuelle Zustände und immer neue Polizei- und Überwachungsgesetze - in Verbindung mit einer Aufrüstung im Inneren - zeigen den autoritären Staatsumbau konkret auf. Auch diese Entwicklung lässt sich in Mannheim hautnah erleben: In Sachen Kameraüberwachung und dessen KI-gestützter Auswertung legt die Stadtverwaltung Pilotprojekte vor, die zur Blaupause für Innenministerien und Rathäuser in ganz Deutschland werden sollen.Sollten wir unseren Rundgang durch die Mannheimer Straßen in den Sommermonaten machen, werden die Blick unweigerlich auf eine weitere globale Krise gelenkt, welche der Kapitalismus zu verantworten hat: Die Klimakatastrophe. Wer sich zwischen Mai und September schon einmal in Mannheim aufgehalten hat, weiß: Es wird heiß. Unerträglich heiß. So heiß, dass das Leben auf den Straßen langsam zum erliegen kommt – zumindest für die, die über einen kühlen Rückzugsort verfügen und nicht gezwungen sind im Freien zu arbeiten, zu schlafen oder zu leben. Weltweit brennen Wälder, steigen die Meeresspiegel, Fluten reißen Häuser und Menschen davon. Immer neue Temperaturrekorde führen zu Dürren, Wasserknappheit und lebensfeindlichen Zuständen für Mensch und Tier. Hier wird deutlich: Der Kapitalismus auf seiner ewigen Jagd nach Profit rafft alles dahin, ganz egal, was es kostet. Diese Gier führt zur Zerstörung unser aller Lebensgrundlagen, Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht vor unhaltbaren Lebensbedingungen, bereits heute verlieren Zehntausende jährlich durch die Folgen des Menschen gemachten Klimawandels ihr Leben. Was uns in Zukunft erwarten wird, bleibt ungewiss. Ebenfalls sichtbar wird aber bereits jetzt die Tatsache, dass diejenigen, welche von den Verhältnissen am meisten profitieren, die brutalen Konsequenzen ihres Handels als Letzte spüren werden. Die Arbeiter:innen hingegen bekommen sie weltweit zu spüren – spätestens dann, wenn Ressourcenknappheit und Ökozid den Kapitalismus in seine vielleicht letzte Krise stürzen.
Die Verhältnisse, in denen wir leben machen uns krank, sie kosten uns Zeit, Energie und in der letzten Konsequenz nicht selten auch das Leben. Die meisten von uns leben in absoluter Abhängigkeit – unterordnet nur dem Zweck immer weiteren und unbegrenzten Wohlstand für die Besitzenden zu produzieren. Für dieses Ziel verfügen sie und die Herrschenden, die alles im Sinne dieser Prämisse verwalten, über unsere Lebensgrundlagen - Ressourcen, Umwelt und Land – sowie über unser Leben selbst. Kurzum: Alles wird dem Profitzwang untergeordnet, ungeachtet der kurz- oder langfristigen Konsequenzen für Mensch und Natur. Ebenso alt wie dieser von Menschen herbeigeführte Zustand ist der Widerstand gegen seinen Aufbau und seine Existenz. Die Gewissheit lautet also: Der Kapitalismus und alles was er mit sich bringt wie Ausbeutung, Krieg, Hunger und Klimakatastrophe, sind kein Naturzustand. Und: Was von Menschen gemacht ist, kann auch von ihnen verändert und abgeschafft werden. In diesem Bewusstsein wollen auch wir uns am Ausbau des Kampfes gegen die Verhältnisse beteiligen, in der vollen Überzeugung: Wirkliche Freiheit erfahren wir nur in der Abschaffung dieses Systems und einer Gesellschaft, in der wir, die Arbeiter:innen, die Macht in Händen halten.
So wie es ist muss es nicht bleiben.
Die Verhältnisse, in denen wir leben, sind veränderbar. Wir glauben nicht daran, dass dies durch Wahlen und Reformen möglich ist, zu oft hat die Geschichte das Gegenteil bewiesen. Wir wissen, dass diese Veränderung der Welt nur auf eine Weise eingeleitet werden kann: durch die Revolution der Arbeiter:innenklasse. Damit meinen wir: die Ergreifung der Macht durch die ausgebeutete Bevölkerung und den damit einhergehenden Sturz des bürgerlichen Staats. Aus der Geschichte lernen wir, dass das nicht einfach so passiert. An der Spitze der Revolution muss eine kommunistische Partei stehen, die in sich die fortschrittlichsten Kräfte der Arbeiter:innenklasse bündelt, und im richtigen Moment eine leitende Funktion in der Überwindung der bestehenden Verhältnisse einnimmt. Der Aufbau einer solchen Partei liegt also nahe, jedoch sind hierfür die momentanen Umstände innerhalb der BRD alles andere als optimal. Es gilt dennoch auf genau einen solchen Zustand hinzuarbeiten. Dieser Aufbau kann nicht am Schreibtisch entworfen werden, er muss sich im gemeinsamen handeln in der Praxis entwickeln. Gerade jetzt gibt es unterschiedliche Ansätze und Herangehensweisen, welche weiter ausdifferenziert und erprobt werden müssen. Gerade der Austausch von Erfahrungen zwischen linken und revolutionären Strukturen erachten wir deshalb als notwendig. Gerade Aufbau der eigenen Seite sehen wir in der aktuellen Phase als eine zentrale Aufgabe, welchen wir als revolutionäre Struktur aktiv vorantreiben. Ein Ansatz um diese Kräfte zu bündeln und eine Schlagkraft auf der Straße zu entwickeln ist es Gegenmacht aufzubauen!
Was heißt Gegenmacht aufbauen?
Der Staat und seine bürgerlichen Machtinstrumente begegnen uns jeden Tag – sowohl bewusst als auch unbewusst. Sie manifestieren sich nicht nur im Schlag des Polizisten oder im Gewehrlauf der Armee, sondern auch in den Schulen, in denen man zum Antikommunisten erzogen wird, durch mediale Hetze, bei dem Nachrichten bewusst falsch verbreitet werden oder dem eigenen Zuhause, wo man sich am Ende des Monats eher zwischen Heizen oder Essen entscheidet, als den Nachbarn nach Unterstützung zu fragen. Das spiegelt sich auch im Zustand der revolutionären Bewegung wieder. Die Kommunistische Bewegung erstarkt wieder, nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Die Menschen werden durch die Krisen unserer Zeit zum Widerstand gezwungen und obwohl sich das meist in spezifischen Protest- und Widerstandsbewegungen äußert wird vielen auch der grundlegende Widerspruch des Kapitalismus bewusst und sie beginnen sich nach neuen Lösungen um zuschauen. Gleichzeitig befindet sich die revolutionäre Linke in der BRD einem Zustand der allgemeinen Defensive. So verbleiben der zuvor beschriebene Aufschwung und die daraus entstehendenPotentiale bislang weitgehend wirkungslos. Das wollen wir ändern!
Allen Aspekten der bürgerlichen Macht kann etwas entgegengesetzt werden: Egal ob auf kultureller, betrieblicher oder militärischer Ebene, die Hegemonie der Herrschenden ist nicht unantastbar, solange sie richtig bekämpft wird. Um eine konkretere Vorstellung einer solchen Gegenmacht zu gewinnen, hilft eventuell ein Blick in die Vergangenheit: militante Organisierung, wie sie Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland stattgefunden hat oder der Aufbau eigener Visionen des Zusammenlebens, wie wir ihn in Kurdistan beobachten konnten, können solche Orientierungspunkte geben. Die Erkenntnis, dass wir uns als revolutionäre Kräfte in einer historischen Defensivposition befinden, darf bei uns also nicht zu Resignation und Starre führen. Viel mehr müssen wir unsere eigene Seite aufbauen, Wege nachhaltiger politischer Arbeit finden und unsere Bindungen innerhalb der eigenen Bewegung stärken – sowohl lokal, als auch international. In einer Welt, in der das Kapital über Ländergrenzen hinweg die eigene Stellung gegen- und miteinander verteidigt, ist es umso wichtiger auch unsere Solidarität und Verbindung mit Progressiven Kämpfen international praktisch werden zu lassen.
Wofür konkret braucht es dafür diese neue Gruppe?
Basierend auf dieser Erkenntnis haben wir uns dazu entschieden als Kommunist:innen zusammen zu kommen, um den Rahmen zu schaffen, den es für den weiteren Aufbau von wirksamer Gegenmacht hier in Mannheim, wo wir leben, arbeiten und seit Jahren politisch aktiv sind, braucht. Was wir tun (wollen) ist nichts Neues: Weltweit agieren Bewegungen und Gruppen, die auf der Suche nach genau diesen neuen Gesellschaftsformen sind und auch den Kampf dafür im Großen wie im Kleinen führen - auf unterschiedlichste Art und Weise. Es wird sich zeigen, welche Ansätze sich bewähren und welche in andere Vorgehensweisen überführt werden müssen. Für diese Auseinandersetzung wollen wir, lokal und nach unseren Besten Möglichkeiten, einen Beitrag leisten. Unsere Arbeit soll nicht nur innerhalb der bestehenden Verhältnisse punktuelle Siege erringen, sondern wir wollen die Verhältnisse selbst verändern. Nichtsdestotrotz sehen wir die Notwendigkeit als Bewegung offen und anschlussfähig aufzutreten und, wenn es sinnvoll ist, auch Bündnisse mit reformistischen Kräften einzugehen. Um sich dabei aber nicht im klein-klein des politischen Tagesgeschäfts zu verlieren, langfristige Arbeit und Erfahrungsweitergabe zu gewährleisten und das große Ziel einer tiefgreifenden Gesellschaftsveränderung nicht aus dem Auge zu verlieren, braucht es eine koordinierende Kraft, die eine Strategie formuliert und taktische Schritte plant. Eine Kraft die vergangene Erfahrungen auswertet und unseren aktuellen Kampf weiterentwickelt. Ein Kampf, der es zum Ziel hat die kapitalistischen Verhältnisse zu überwerfen und mit ihm die Staaten zu Fall zu bringen, die er hervorgebracht hat und die ihn stützen. Dabei muss uns bewusst sein, dass jede Struktur, die den Staat und die bestehenden Verhältnisse angreift, einer repressiven Gegenwehr ausgesetzt ist. Eine solche Struktur, die den Anspruch formuliert, zu verändern und langfristig zu arbeiten, kann diese Arbeit also nur klandestin ausüben. Wir hoffen, mit der Schaffung einer solchen Struktur der klassenkämpferischen Bewegung in Mannheim einen konstanten Überbau und damit eine langfristige Perspektive zu geben.
Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass sich politisch bedeutsame Arbeit ausschließlich in geheimen Hinterzimmern abspielt – im Gegenteil. Eine schlagkräftige Bewegung entsteht dort, wo sie Menschen erreicht, wo sie sich der Diskussion stellt, wo sie in die Breite wächst. Sie entsteht dort, wo sie Menschen dazu ermächtigt, gemeinsam selbst die Veränderung zu bewirken, die sie in der Welt sehen möchten.
Aus diesem Grund betrachten wir unsere Mitglieder:innen auch nicht als unwidersprechbare Politelite, sondern möchten ansprech- und kritisierbar bleiben. Die Zusammensetzung der Gruppe erfolgte in erster Linie aufgrund ihres Erfahrungsschatzes in den verschiedenen Kampf- und Widerstandsfelder der politischer Arbeit und ihrer hohen Bereitschaft zu Verantwortungsübernahme für die Gesamtbewegung. Eine Struktur, die sich zum Ziel setzt, eine koordinierende und richtungsweisende Position einzunehmen, kann das nur, wenn sie sich aus Personen zusammensetzt, die einerseits fest in der Bewegung verankert sind und andererseits mit Erfahrung, Wissen und der nötigen Vorbildsfunktion diese Rolle einehmen können: Für eine revolutionäre Kraft aus der Bewegung, mit der Bewegung, für die Bewegung.
Dabei wollen wir den realistischen Blick nicht aus den Augen verlieren. Auch wenn wir unsere Gründung für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung halten, ist damit noch lange nicht alles getan. Es wird die kommenden Jahre und Jahrzehnte noch große Erfolge und vermutlich ebenso große Rückschläge geben. Wir werden Siege feiern, Niederlagen beklagen, Genoss:innen verlieren und dazu gewinnen und dabei trotzdem stets die Konfrontation mit Staat, Kapital und der bürgerlichen Hegemonie suchen. Vor allem aber wollen und werden wir dabei nicht alleine sein. Unsere Gründung wäre fehl am Platz, würde sie nicht auf einer erstarkenden Bewegung aufbauen, gäbe es kein Umfeld, dem wir vertrauen, wäre da keine Gewissheit, dass es sich in und für Mannheim zu kämpfen lohnt!
Wir werden kämpfen, in dieser Stadt, für die Menschen hier und überall - für ein Leben jenseits dieser Verhältnisse, für eine befreite Gesellschaft und ein Ende von Ausbeutung und Unterdrückung. Für eine Revolutionäre Perspektive!
Für den Kommunismus!
September 2026
Roter Aufbau Mannheim
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