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Eine schrecklich deutsche Familie - Die Neuköllner AfD zwischen biedermeiernden Handwerkern, neurechten Lehrkräften und Nachwuchs auf der schiefen Bahn

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Frühere Recherchen hatten bereits herausgearbeitet, wie sich die Neuköllner AfD durch personelle Wechsel und eine professionalisierte Arbeit der BVV-Fraktion ein seriöseres Image verpassen wollte (https://de.indymedia.org/sites/default/files/2023/09/Recherche-Brosch%C3%BCre_2023_final_farbe_web_cleaned.pdf). Insbesondere vor der Wahl 2021 prägten Berichte über die Verwicklung des damaligen Bezirksvorstandsmitglieds Tilo Paulenz in die gemeinsamen Angriffsserien mit dem Neonazinetzwerk um Sebastian Thom und Oliver Werner, Teilnahmen an gewalttätigen Auseinandersetzungen bei Spielen des TSV Rudow und weitere Verbindungen von damaligen AfD Bezirksverordneten zu rechten Hooligangruppen die Außenwirkung der Partei.

Seit einigen Jahren stellt vor allem ein männliches Dreiergespann aus dem Sprecher des Bezirksverbandes und Abgeordnetenhausmitglieds Robert Eschricht, dem stellvertretenden Sprecher und BVV-Fraktionsvorsitzenden Julian Potthast sowie dem Bezirksschatzmeister Hendrik Pauli das öffentliches Gesicht des Bezirksverbandes.

Robert Eschricht gelangte 2023 durch ein Überhangsmandat in die AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und fungiert dort als Sprecher für Kultur und Medien. Mit diesem Fokus sieht Eschricht, der für die Wahl 2026 auf dem aussichtsreichen Landeslistenplatz 12 kandidiert, wohl auch die Vernetzung in das rechtsextreme Vorfeld als besonders wichtige Aufgabe. Besonders auffällig ist dabei die Nähe zu dem 2024 zwischenzeitlich verbotenen COMPACT Magazin. Nicht zuletzt im Wahlkampf nutzten Eschricht und auch Hendrik Pauli insbesondere die Reichweite der Videoformate von COMPACT-TV für Interviews bis hin zu einer Art Home-Story Tour mit dem rechtsextremen Moderator Paul Klemm durch den Bezirk. Besonders enge Verbindungen zu Eschricht bestehen dabei wohl auch über den Kameramann der aktuellen Compact-Produktionen, der bereits als Mitarbeiter von Eschricht für die Abgeordnetenhaus-Fraktion tätig war und ihn bei mehreren Drehs – beispielsweise bei der Teilnahme an dem fundamentalistischen „Marsch für das Leben“ im September 2025 – begleitete und auf dem Youtube-Kanal der Fraktion in Szene setzte. 

Auf dem jährlichen antifeministischen Aufmarsch der Abtreibungsgegner_innen war als einer von vielen AfDlern auch Hendrik Pauli anwesend. Dem Lehrer an der Schule am Staakener Kleeblatt ist es gelungen trotz der öffentlichen Skandalisierung seiner Vergangenheit im Umfeld der Identitären Bewegung, einer Jobkündigung und weiterer Thematisierung von etwa Bedrohungen politischer Gegner (vgl. https://antifa-berlin.info/news/1380-hendrik-paul-afdib-in-nordneuklln-geoutet) in der Neuköllner AfD verankert zu bleiben. Pauli kann mit dem Landeslistenplatz 21 ebenfalls auf einen Einzug in das AGH hoffen und sich dort weiterhin für die Vernetzung in das rechtsextreme Vorfeld einsetzen, das auch über den Medienbereich hinaus geht. Unter dem Motto „Freundeskreis Widerstandsliteratur“ organisierte Pauli im November 2025 eine Busreise zu der „alternativen Buchmesse Seitenwechsel“ in Halle (Saale) um sich wie auch weitere Mitglieder der Neuköllner AfD mit neurechten Merchandise etwa von Götz Kubitscheks Antaios Verlag einzudecken. Innerhalb Berlins ist Pauli insbesondere mit der „Staatsreparatur“ in Lichterfelde verbunden, die von Andreas Wild und der ehemaligen Neuköllner Bezirksverordneten Anne Funk (damals Zielisch) betrieben wird. Neben einer Mischung aus neurechten und verschwörungsideologischen Veranstaltungen und AfD-Festen (auf denen auch Robert Eschricht bereits zu Gast war) in der Location, stechen insbesondere die Vorträge von Martin Sellner in den vergangenen Jahren hervor. Neben Hendrik Pauli nahm auch die Bezirksverordnete Marlies Becker im Juni 2025 an einem Vortag Sellners zum Thema „Remigration“ Teil. Becker gehört schon seit Jahren zu dem Umfeld der Staatsreparatur und engagiert sich als Fördermitglied für den Trägerverein „Freunde der Staatsreparatur“.

Auch der 2. Sprecher des Bezirksverbandes Julian Potthast hat beruflich mit Medien zu tun und arbeitet nach der Tätigkeit als Mitarbeiter für den MdB Götz Frömming weiterhin für die AfD-Bundestagsfraktion als Leiter der dortigen Medienabteilung. Bei der Wahl kandidiert Potthast für ein Abgeordnetenhaus-Direktmandat im südwestlichen Britz und Buckow, legt den Fokus aber auf die Arbeit in der Bezirksverordnetenversammlung, in der er seit 2021 als häufigster Redner seine Fraktion auftritt. Schwerpunkte wurden u.a. auf Ordnungs- und Sicherheitspolitik bezüglich „Clankriminalität“, Verkehrspolitik zum Parken und Pollern und klassisch auf das Thema Migration gelegt. In der Debatte über eine mögliche Unterkunft für Geflüchtete am Sangerhauser Weg neben dem Britzer Garten, versuchten sich Potthast und seine Fraktion immer wieder als Ansprechpartner für die lokale Bürgerinitiative und Anwohnende zu präsentieren, für die der vermeintliche Schutz von Tieren und Parkplätzen gerne vor den Schutz geflüchteter Menschen ging. Entsprechende Präsenz zeigte die AfD bei Informationsveranstaltungen der zuständigen Stellen von Bezirk und Senat bevor die Planung von Unterkünften berlinweit gestoppt wurde.

Die Fraktion in der BVV bestand seit November 2024 neben Potthast noch aus den Verordneten Marlies Becker und Jörg Kapitän, nachdem Christian Hohmann nur noch als fraktionsloser Verordneter in der BVV tätig sein wollte. Gleichzeitig gelang es Potthast, der Fraktion unter seiner Führung ein deutlich seriöseres Auftreten als in der vorherigen Legislatur zu verpassen. 

Ein Blick in die Reihen der bezirklichen Parteipolitik in Neukölln zeigt jedoch schnell, wie leicht es der AfD im Bezirk fällt, sich als vermeintlich seriöse Partei zu inszenieren. In der BVV verlaufen die Hauptkonfliktlinien keinesfalls zwischen der rechtsextremen AfD und den demokratischen Parteien, sondern vordergründig in Kleinkriegen zwischen der CDU und der Linken. Hier findet sich auf der einen Seite ein Bezirksverband der Linken, der sich gerne als Stimme der migrantisierten Bevölkerung im Bezirk ausgibt, aber in der stetigen monothematischen Positionierung gegen Israel vor allem auf neue Mandant_innen für ihren Spitzenkandidaten und BDS-Anwalt zielt sowie die Wähler_innenstimmen bauchlinker Studis, deren politischer Horizont sich lediglich bis zur Kufiya um den Kopf und „From the River to the Sea“-Parole auf der Zunge erstreckt. Auf der anderen Seite eine CDU, deren Kritik an Antisemitismus ebenso instrumentell motiviert ist, für die Neukölln eigentlich am liebsten nur den beschaulichen bis dörflichen Süden Richtung Rudow umfassen sollte und deren Verständnis von diverser Bevölkerung sich symbolisch wohl am besten mit einer früheren Black-Facing Verkleidung des Bürgermeisterkandidaten darstellen lässt. Irgendwo dazwischen zerstreitet sich die Neuköllner SPD über den eigenen repressiven Law-and-order-Kurs und Schwerpunktkontrollen.

In der kommenden Legislaturperiode bleibt es zunächst abzuwarten mit welcher Selbstsicherheit eine gewachsene AfD-Fraktion in der BVV agieren wird. Historisch scheint die Neuköllner Fraktion für Spaltungen und Austritte prädestiniert zu sein und selbst ein von der AfD vorgeschlagener Stadtrat wechselte bereits die Partei – auch nach dieser Wahl könnte ein Vorschlagsrecht für ein solches Amt auf die AfD fallen. Auf der Liste der Kandidat_innen für die BVV finden sich viele Personen, die bisher nicht besonders öffentlich in Erscheinung getreten sind und keine Erfahrungen aus der Bezirkspolitik mitbringen. Zudem wurden die bisherigen Bezirksverordneten Jörg Kapitän und Marlies Becker auf die Listenplätze 11 und 13 gewählt, die keinen sicheren Einzug garantieren. Mit dem Bauingenieur Matthias Marquardt (Platz 9), dem Junge Freiheit Redakteur und Pressereferenten der Bundestagsfraktion Fabian Schmidt-Ahmad (Platz 12) und Stefan Wildgruber (Platz 14) finden sich zumindest einige Akteure, die bereits bei der vergangenen Berlinwahl antraten. Neben Potthast (Platz 1), Eschricht (Platz 2) und Pauli (Platz 3) kandidieren zudem Thomas Arhelger (Platz 5), Tobias Ulrich Bruns (Platz 8) und Matthias Marquardt ebenfalls als Direktkandidaten in den sieben Neuköllner Wahlkreisen für das Abgeordnetenhaus. Der als Elektrotechniker tätige Arhelger trat in der Vergangenheit mit am präsentesten bei Infoständen und Plakataktionen in Berlin und Ausflügen zu Wahlkämpfen in anderen Bundesländern auf und ließ sich 2024 als Beisitzer in den Bezirksvorstand wählen. Neben der Direktkandidatur im wenig aussichtsreichen Wahlkreis 3 zwischen Rixdorf und Britz-Nord steht Arhelger auf dem 31. Platz der Berliner Landesliste. Auch Marquardt und Bruns sind seit einigen Jahren bei Aktivitäten der Partei anzutreffen, aber kandidieren ohne große Aussichten in den Wahlkreisen 2 und 1 im nördlichen Neukölln. Neben den Auftritten bei Infoständen und Hilfsaufgaben bei Landesparteitagen sieht die BVV-Bewerberin Doreen Sturies (Platz 10) vor allem das Internet und dortige Kommentarspalten als ihre Bühne. Auf Facebook und bei einem vermutlich ebenfalls von ihr betriebenen X-Account mit „Remigration“-Profilbild (Profilname „Kadasia76“) entfaltet sich vor allem ihr Wutbürgertum und gelegentlich finden sich Kommentare zu bezirklichen Belangen. Wie auch bei einer Vielzahl des Social Media Outputs der Neuköllner AfD wird ein Fokus immer wieder auf Kriminalität und Sicherheitspolitik gelenkt.

Bereits in früheren Jahren zeigte sich unter den Mitgliedern im Bezirksverband ein Faible für eine Rekrutierung innerhalb der Sicherheitsbehörden und angrenzenden Berufsgruppen. Im Vorstand des Verbandes fanden sich bereits ein ehemaliger BKA-Beamte mit rechtsextremen Kontakten (https://antifainfoblatt.de/aib131/berlin-bka-beamter-neukoelln-komplex-verwickelt) und mit dem Sicherheitsbeauftragten Detlef Moritz der prominente Fall des Kriminalhauptkommissars, der polizeiliche Interna über das islamistische Attentat am Breitscheidplatz mit anderen Neuköllner AfDler*innen in einer Chatgruppe teilte und in einer weiteren Polizei-Chatgruppe aktiv war, in der rassistische, sexistische und volksverhetzende Inhalte geteilt wurden. Erst kürzlich sprach der Innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus bei einem Rundgang durch Neukölln davon, dass die „AfD der Sheriff sein [müsse], der die Tür eintritt, um den Miststall auszuräuchern“. Neben der als Sicherheitsmitarbeiterin tätigen Doreen Sturies und der Justizbeamtin Marlies Becker findet sich mit Alexander Büttner-Zastrau ein Bundespolizist auf dem 6. Listenplatz zur BVV.

Zu den weniger öffentlich auftretenden Kandidat_innen gehört zudem der Lehrer Jürgen Päpke (Platz 4) der trotz seiner Tätigkeit als Beisitzer im Vorstand und bei weiteren Aktivitäten meist nur mit Deutschlandfahne über dem Gesicht abgebildet wurde. Ebenso öffentlichkeitsscheu traten bisher die weiteren Kandidaten, wie der bei der BGP Hausverwaltung tätige Dieter Gruczinski (Platz 7), der im Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Ideal sitzende Ingo Kruse (Platz 15), der Sachbearbeiter Frank Grünewald (Platz 16) und Stefan Knipf (Platz 17) auf.

Auch mit einer überschaubaren Zahl an öffentlich auftretenden Personen versucht die Neuköllner AfD vor allem im Internet weiter präsent zu sein. Eine Professionalisierung im medialen Feld ließ sich in den vergangenen Jahren bereits bei der Aufbereitung von Sitzungsinhalten und Reden in der BVV und vor allem im Bereich Social Media beobachten, wo der Bezirksverband und einzelne Mitglieder bei Instagram, Facebook und mit Telegram-Kanälen vertreten sind. Exemplarisch für die inhaltliche Ausrichtung des Verbandes steht dabei eine Reihe von KI-generierten Beiträgen zur Adventszeit auf denen ein Rentier als „Remigrationspilot Rudolph“, ein Weihnachtsmann als „Sonderdirektorat Ministerium für Remigration“ und ein Kleinkind unterm Weihnachtsbaum, das sich Remigration wünsche, abgebildet waren. Dabei wenig christlich konnotiert, sondern eher ins völkische abrutschend, war ein Beitrag der Reihe der Wintersonnenwende am 21. Dezember gewidmet. Abgebildet wurde dazu ein entflammtes Holzkreuz in Form einer Algiz-Rune (in der NS-Zeit als Symbol der Organisation Lebensborn genutzt), wie zuletzt bei neonazistschen Sonnenwendfeiern der JN zu finden.

Impulse im medialen Bereich werden dabei auch von den zum Teil deutlich jüngeren Mitgliedern im Bezirksverband rezipiert worden sein. Nachdem die Sozialisation von Potthast und Eschricht bei der damaligen Jungen Alternative mittlerweile einige Jahre zurück liegt, haben parallel zur Neugründung der „Generation Deutschland“ als Parteijugend auch einige junge Menschen ihren Weg in die Neuköllner AfD gefunden. Dabei wurde der Begriff Nachwuchsgewinnung teilweise jedoch sehr wörtlich genommen und mehrere Personen aus der eigenen Familie in die Parteiarbeit integriert. So unterstützt Celine Arhelger ihren Vater regelmäßig bei Wahlkampfständen und pflegt gleichzeitig Kontakte zu Freunden der Generation Deutschland in Brandenburg. Mit Lea Becker ist eine Nachkommin von Marlies Becker Mitglied im Neuköllner Bezirksverband, aber als „Jugendbeauftragte“ politisch vor allem in Lichtenberg aktiv. Wie Becker ist auch Patrizia Fiedler Beisitzerin im Vorstand der im Februar 2026 gegründeten Generation Deutschland Berlin und ebenfalls des öfteren mit ihrer MutterPia Fiedler bei Veranstaltungen des Bezirksverbandes zugegen.

Neben der eigenen Verjüngung hatte es sich die Neuköllner AfD in den vergangenen Jahren vor allem zur Aufgabe gemacht, neue Örtlichkeiten zu erschließen, die für Parteitage, Stammtische und weitere Veranstaltungen nutzbar sind. Nachdem frühere Treffpunkte wie das „Steakhaus Torero“ und das Restaurant „Novi Sad“ in Rudow schließen mussten und das „Casino am Zwickauer Damm“ durch einen Pächterwechsel als indisches Restaurant weniger attraktiv wurde, wich die AfD zunächst auf weitere eher südlich gelegene Gaststätten aus. So fand etwa im November 2024 ein Bezirksstammtisch zum „Asylmodel Dänemark“ in dem Restaurant „Via Fellini“ (Rudower Str. 35), in unmittelbarer Nähe des Gedenkortes für den ermordeten Burak Bektaş an der Rudower Straße statt. Ab 2025 wurden Wahlversammlungen und Veranstaltungen dann regelmäßig in der weiterhin nicht öffentlich beworbenen Eventlocation „XELOR Kesselhaus“ (Mittelbuschweg 10), nahe des S/U-Bahnhof Neukölln abgehalten. Die im Gewerbegebiet unmittelbar unterhalb des S-Bahn-Rings beheimatete Location war bereits im September 2024 in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, als eine dort geplante AfD-Wahlparty zu den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen nach der Ankündigung von Protesten abgesagt werden musste. Einen besonders kurzen Weg zu den Veranstaltungen hatte dabei das AfD-Mitglied Torger Schadow, dessen Sanitärbetrieb sich auf dem selben Gewerbehof befindet. Der Berliner Landesverband nutzte zudem für eine Auftaktveranstaltung mit Alice Weidel für den Wahlkampf 2026 im Juni die Veranstaltungshalle „Grand Palas“ (Nobelstr. 36-44) im Gewerbegebiet Neukölln-Südring, die normalerweise als Hochzeitslocation genutzt wird.

Nachdem es wie auch in anderen Teilen Berlins bei der Suche nach Immobilien zur direkten eigenen Nutzung auch in Neukölln zu zahlreichen Absagen von Vermieter_innen kam, gab der Abgeordnete Robert Eschricht im August 2026 bekannt, in der Gropiusstadt ein nun eigenes Abgeordnetenbüro eröffnen zu können. Unter dem Titel „Demokratiequelle“ eröffnete am 29.08. das „alternative Bürgerbüro“ in einer kleinen Ladenzeile des Wohnblocks in der Hugo-Heimann-Straße 37. Zukünftig sollen in der von dem Unternehmen GropiusWohnen vermieteten Location regelmäßige Öffnungszeiten angeboten und Raum für Veranstaltungen geboten werden.

Vor dem Hintergrund einer wieder wachsenden Fraktion im Bezirksparlament, einem weiteren Neuköllner im Abgeordnetenhaus und einem neuen, festen Anlaufpunkt im Bezirk ist nicht davon auszugehen, dass die Neuköllner AfD nach dem Wahlkampf so geräuschlos wieder in den Hintergrund verschwindet. Die Erfahrung aus anderen Bezirken hat gezeigt, dass die Etablierung von eigenen Örtlichkeiten zu einer verstärkten Selbstsicherheit der jeweiligen Parteigliederungen geführt haben. Dabei stellen eigene Räumlichkeiten oder zumindest feste Treffpunkte wie das Parteibüro in Blankenburg, das Büro in Johannisthal, die Restaurants „Maestral“ in Reinickendorf und „Mittelpunkt der Erde“ in Hoppegarten sowie die „Grüne Lampe“ in Wilmersdorf Treffpunkte für regelmäßige Veranstaltungen wie Bezirksstammtische und „Bürgerdialoge“, Feste aber auch notwendige Parteitage und interne Treffen dar. Insbesondere in Bezirken, die für derartige Veranstaltungen noch keinen Zugang in bezirkliche Gebäude und Einrichtungen gefunden haben.

Um zu verhindern, dass sich in der Gropiusstadt in voller Kenntnis der GropiusWohnen oder an anderen Orten in Neukölln ein weiterer Sammelpunkt für Biedermeier, möchtegern-interlektueller Neurechter und Neonazis etabliert braucht es einen entschlossenen antifaschistischen Widerstand gegen rechte Raumnahmen. Denn dass die Neuköllner AfD bisher nur weitestgehend konspirativ auftreten konnte ist auch ein Erfolg antifaschistischer Recherchen, Aktionen und dem Anspruch, dass Neukölln kein Ort für Nazis ist.

Antifaschistisches Recherchekollektiv Neukölln im September 2026

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Source: de.indymedia