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50 Jahre Rock against Racism im Rückblick
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in der K9, Kinzigstraße 9 (Hinterhaus),
Berlin Friedrichshain, (Nähe U-Bahnhof Samariterstrasse)
Mittwoch, 16.09.2026, 19.30 Uhr
Runde Jahrestage werden ja eigentlich gern zur Identitätsvergewisserung genutzt. Etwas mag es da schon überraschen, dass es im Fall von 50 Jahre Punk, so der Eindruck nicht täuscht, doch eher ruhig geblieben ist. Sicher, auf arte und anderswo wird die für die Subkultur charakteristische rebellische Haltung abgefeiert und die üblichen Verdächtigen verlegen auf die musikalische Dimension fokussierte Erinnerungsliteratur. Blass bleiben hingegen die gesellschaftlichen Kontexte von Punk. Wir laden, mit dem bekannten Hintergrundbild des alten Clash-Promovideos zu ‚White Riot‘ aus dem Jahr 1976 im Hinterkopf, das randalierende Polizisten während des Notting Hill Carnivals im August 1976 zeigt, zu zwei kleinen Ausflügen in die ‚Kulissen‘.
Abend 1: White Riot? ‚Rock against Racism‘ im Rückblick
Who Shot the Sheriff? (Alan Miles, UK 2005, 66‘, OF)
Punk konstituierte sich im Moment einer tiefgreifenden Krise des fordistischen fixes in Großbritannien, in deren Rahmen erstmals in Europa, wenn wir von Italien mal absehen, rassistische und neofaschistische Kräfte wie die National Front bedrohlich an Raum in Politik, aber auch in Popular- und Jugendkultur zu gewinnen schienen. Hiergegen formierte sich ab Herbst 1976 von London ausgehend mit ‚Rock against Racism‘ eine Kampagne, die den Kampf auf dem Feld von Musik und (Jugend)Kultur selbst aufzunehmen trachtete und von Stuart Hall in seinem ersten Thatcherismus-Aufsatz „The Great Moving Right Show“ bereits 1979 als „one of the timeliest and best constructed of cultural interventions, repaying serious and extended analysis“ eingeschätzt wurde.
Alan Miles, im Hauptberuf bei der Londoner Feuerwehr beschäftigt, rekonstruierte die Geschichte der „Rock against Racism“- Kampagne der Jahre 1976/81 rückblickend im Moment ihrer Neuauflage unter dem Motto ‚Love Music Hate Racism‘ (2002) von ihrer Londoner Zentrale aus und mit Fokus auf die musikalische Dimension der Geschichte.
Zwar wurde die Kampagne in der BRD 1979/80 unter dem Motto ‚Rock gegen rechts‘ aufgegriffen, doch entwickelten sich diese Mobilisierungen in andere Richtungen; die wenigen deutschsprachigen Reflexionen zu RaR führen, von einem neueren Aufsatz von Gerd-Rainer Horn mal abgesehen, dementsprechend eher auf Abwege. Werfen wir also einen ersten Blick auf den Film (und vielleicht noch etwas Kleinkram) und schauen, was es mit RAR auf sich hatte, inwieweit die Geschichte noch relevant ist, was vielleicht davon gelernt werden könnte und ob es sich lohnen könnte, die Thematik zu einem späteren Zeitpunkt evt. noch einmal zu vertiefen.
(Beachtet bitte: Film in Englisch ohne Untertitel).
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