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World · Counterpunch · 1970-01-01

Angst formulieren: Wie die Konzernmedien den Islam in der „Terror“-Berichterstattung als Waffe einsetzen

English (original) · Auto-translated to Deutsch

Wenn ein Schütze in einem überfüllten Veranstaltungsort das Feuer eröffnet oder in Berlin, New York oder London ein Fahrzeug in Fußgänger rast, ist der sprachliche Reflex westlicher Konzernmedien schnell und vorhersehbar. Wenn der Täter einen arabisch-muslimischen Namen oder Hintergrund hat, greifen die Medien auf Begriffe wie „islamischer Terrorismus“, „radikaler Extremist“ oder „dschihadistisches Komplott“ zurück. Der Glaube wird sofort als primäre Interpretation für die rechtswidrige Handlung hervorgehoben.

Wenn jedoch ähnliche Massengewalttaten, häusliches Blutvergießen oder ideologisch motivierte Morde von Personen begangen werden, die sich als Christen, Juden oder andere große westliche Traditionen identifizieren, verschiebt sich die Nomenklatur dramatisch. Sie werden regelmäßig als „einsame Wölfe“, „gestörte Jugendliche“, „psychisch instabile“ Ausgestoßene oder Opfer persönlicher Beschwerden charakterisiert. Ihre religiösen Texte, Zugehörigkeiten oder Institutionen werden selten, wenn überhaupt, als Nährboden für Terror angeboten.

Diese Ungleichheit ist kein Produkt fairen Journalismus oder akademischen Diskurses. Es handelt sich um eine institutionalisierte, starre Doppelmoral, die von globaler Politik, systemischer Voreingenommenheit und alten Vorstellungen vom menschlichen Wert geprägt ist.

Die Wurzel des Ungleichgewichts – das „Anderssein“ einer Gruppe gegenüber einer anderen – liegt in der Art und Weise, wie Nachrichtenredaktionen, Klassenzimmer und politische Systeme das Konzept der „Bedrohung“ konstruiert und manipuliert haben.

Jahrzehntelang operierten die Echokammern westlicher Medien innerhalb einer Weltanschauung, die von der Zeit nach dem Kalten Krieg geprägt war und durch den „Krieg gegen den Terror“ nach dem 11. September exponentiell beschleunigt wurde. In diesem Rahmen wird die von einem Muslim begangene Gewalt selten als lokalisierte Straftat angesehen; Stattdessen wird es als Symptom eines monolithischen Kampfes der Kulturen umgestaltet.

Wenn ein Muslim ein Verbrechen begeht, wird dies nicht als außergewöhnliche Tat eines Einzelnen geahndet. Vielmehr wird die Religion des Täters als ansteckende Ideologie behandelt, als Ausdruck einer größeren demografischen Bedrohung. Der Täter wird systematisch mit einem globalen Netzwerk, einer Ideologie oder einem theologischen Rahmen in Verbindung gebracht, wodurch die Religion diffamiert und im Grunde ihre mehr als zwei Milliarden Anhänger verurteilt werden.

Wenn umgekehrt ein weißer Christ oder eine Person mit einem vorherrschenden westlichen Hintergrund eine illegale Tat begeht – sei es durch Rassenüberlegenheit, Anti-Abtreibungs-Extremismus oder fundamentalistische christliche Ideologie –, bringen die Medien die Person und ihre Böswilligkeit selten, wenn überhaupt, mit der breiteren Gemeinschaft in Verbindung. Christliche oder jüdische Täter werden von der Kollektivschuld befreit. Ihre Handlungen werden einer psychischen Erkrankung, Isolation oder einer persönlichen Krise zugeschrieben, wodurch die moralische Unschuld der breiteren Religionsgruppe gewahrt bleibt.

Die Weigerung, Verbrechen von Christen oder Juden als religiösen Terrorismus zu bezeichnen, entspringt im Kern dem Privileg des Individualismus. Anhänger dieser Glaubensrichtungen werden als komplexe Individuen betrachtet, da sie historisch und kulturell mit der vorherrschenden westlichen Machtstruktur verflochten sind. Muslimen hingegen wird diese individuelle Komplexität regelmäßig verwehrt. Sie werden zu einer einzigen homogenen politischen Identität zusammengefasst, in der jede Aktion durch eine Sicherheitslinse überprüft wird.

Empirische Belege widerlegen durchweg die Annahmen, die einer solchen voreingenommenen Berichterstattung zugrunde liegen. Statistische Analysen des inländischen und internationalen Terrorismus offenbaren einen eklatanten Widerspruch in der medialen Darstellung.

Studien zur Untersuchung ideologischer Gewalt in westlichen Ländern haben immer wieder gezeigt, dass nicht-muslimische Akteure – Rechtsextremisten und weiße Rassisten – die Hauptursache für Terrorismus und Gewalttaten sind.

Untersuchungen von Organisationen wie dem Institute for Social Policy and Understanding (ISPU) und wissenschaftliche Inhaltsanalysen deuten darauf hin, dass Gewalttaten, die von als Muslime wahrgenommenen Straftätern begangen werden, in den Medien deutlich mehr Beachtung finden – oft sogar hundertmal häufiger – als identische Taten, die von Nicht-Muslimen begangen werden.

Die Medien verzerren die Realität, wenn sie Angriffe von Muslimen verstärken, während sie die Gewalt anderer herunterspielen oder abgrenzen. Dieser sich selbst verstärkende negative Kreislauf nährt die öffentliche Angst, macht Islamophobie zu einer Waffe und beeinflusst direkt die Innen- und Außenpolitik. Es dient dazu, Gräueltaten gegen Muslime zu normalisieren und Überwachung, diskriminierende Gesetzgebung sowie militärische Interventionen und Kriege in Ländern mit muslimischer Mehrheit zu rechtfertigen.

Die selektive Verwendung des Wortes „Terrorismus“ ist ein mächtiges ideologisches Instrument. Durch die selektive Kennzeichnung von Verbrechen diktieren die Medien und das politische Establishment, wer zur „zivilisierten Eigengruppe“ gehört und wer als Mitglied der bedrohlichen „widerspenstigen Fremdgruppe“ gekennzeichnet wird.

Solange die Sprache des Verbrechens und des Terrors nicht von Doppelmoral und rassistischen Vorurteilen befreit wird, wird die Medienberichterstattung über Gewalt weniger eine Übung der objektiven Wahrheit als vielmehr ein Instrument kultureller und politischer Kontrolle bleiben.

Dr. M. Reza Behnam ist ein auf vergleichende Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Westasien spezialisierter Politikwissenschaftler.

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Source: Counterpunch